Transmedialer Raum
Prof. Ute Hörner/Prof. Mathias Antlfinger
Professur für Medienkunst/Transmedialer Raum
Im Zentrum der Lehre steht die Arbeit und die Auseinandersetzung mit digitalen Medien und die Untersuchung ihrer Wechselwirkungen in Kunst und Gesellschaft. Kennzeichnend sind Transmedialität und ein starker Raumbezug. Raum - verstanden als gesellschaftlicher Handlungsraum einerseits und als künstlerisch-technische Determinante anderseits - also durchaus handwerklich - von der Bildhauerei bis zur Konstruktion von 3D-Welten und Online-Communities; vom künstlich erzeugten, akustischen Raum eines Hörstücks bis zur raumumhüllenden Sound-Installation; von der Own Private Reality eines Blog bis zum interdisziplinären Forschungsprojekt zwischen Kunst und Wissenschaft.
Medienübergreifendes Arbeiten und transmediale Prozesse können sowohl auf der Ebene der Zeichen, als auch auf der technologischen Ebene stattfinden. Als künstlerische Strategien wurzeln sie in der Konzeptkunst. Durch Vorwegnahme der Virtualität, der möglichen Anwendung von Regeln auf ein noch zu verfertigendes Kunstwerk, ist sie die geistige Vorläuferin der Digitalen Kunst. Dem Computer als universeller Maschine, die heute sowohl künstlerische und wissenschaftliche Forschung, als auch weite Teile der Alltagskultur bestimmt, kommt in dieser Hinsicht eine paradigmatische Rolle zu. Ihm inhärent ist die Fähigkeit auf der Grundlage des digitalen Codes, Medien in andere Medien zu verwandeln. Insofern ist Alan Greenbergs Horror-Vision - die Verunreinigung eines Mediums durch die Vermischung mit einem Anderen - ironischerweise das, was man als die eigentliche Purity des Digitalen bezeichnen kann.
Transmedialer Raum bezeichnet das Treibhaus/Labor zur Erprobung aller Arten von Kontamination und zur Analyse der daraus hervorgehenden Prozesse. Was passiert, wenn gesprochene Sprache sich in Text verwandelt? Wenn alte Technologien des Bewusstseins auf Maschinen angewandt werden? Wenn die gesellschaftliche Rolle der Kunst in einem Computerspiel verhandelt wird? um nur einige Beispiele zu nennen. Der Fokus liegt auf dem Prozess der Transformation, der Übertragung, es geht um die Fehler, die dabei entstehen, das Nicht-Intentionale, das in seinem Verlauf offenbar wird. Alle Techniken sind erlaubt, die zu einer Rekontextualisierung, Steigerung oder Verdichtung führen.
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