I am an artist and I want to be involved
Fachseminar Prof. Ute Hörner/Prof. Mathias Antlfinger und Echo Ho, KüWi für Elektronic Arts/Sound
Donnerstag 14.00 -17.00 Uhr - Filzengraben 8-10, Seminarraum hinter dem Klanglabor
Ping – I make Art.
Seit Beginn der Moderne steht die kritische Untersuchung der Rahmenbedingungen des eigenen Schaffens für viele KünstlerInnen im Mittelpunkt desselben.
Als Les Levine 1979 in einer Videoperformance sein „I am an Artist, I don‘t wanna be involved“ New Yorker Passanten an den Kopf schleuderte, hatte er die Grenze zwischen der reinen Kunst und allem Anderen (sei es Anthropologie, Biologie, Psychologie oder der soziale Raum) längst überschritten. Die Umkehr seines Statements soll uns dazu dienen, Formen des Involviertseins von heute aus zu betrachten, zu einem Zeitpunkt, an dem die vielbeschworene Transdiziplinarität Common Sense geworden zu sein scheint.
Im Seminar geht es um KünstlerInnen, die sich nichtsdestoweniger auf das Experimentieren in Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft einlassen. Wesentlich ist das Interesse, über die Grenze der eigenen Disziplin hinweg in und durch andere Systeme zu greifen. Die Reflexion der eigenen Rolle im Experiment – ob Dr. Jekyll oder Mr. Hide, Participant Observer oder distanzierte KonstrukteurIn von Versuchsanordnungen, führt uns weiter zur Frage nach den Differenzen in den Methoden (zwischen Analyse und Exstase) und den damit verbundenen Konstruktionen von Wirklichkeit.
Pong – This must be the Place.
Die Frage ist nicht was die Kunst bedeuten will, sondern womit sie funktioniert. Sie ist dem Experiment als Eingriff in die Wirklichkeit zugewandt. Zu Beginn ein Zitat: „Habt ihr auch dies und das bedacht? Seid ihr logisch? Seht ihr nicht den Widerspruch? - da läuft nichts mehr! Wir hatten das alles satt, waren aber unfähig, sofort damit Schluß zu machen. Es langweilte uns zu Tode.“ Félix Guattari/Gilles Deleuze, „Rhizom“
Raum-Ausstattung mit verschiedensten Display Systemen, die als Instrument fungieren: Schaufenster-Membran, delocalized acoustic projection, Quadrophonie, Magnetwand, Video-Projektion, Pflanzen und Tiere, Mikrophon und Mikroskop, Spiegel, Sensoren, Micro FM Sender und Radio Empfänger, Nähmaschine. Provokation wird gefordert. Der Streit um die Kunst wird Teil der Kunst.
Gäste u.a.:
Susanne Jaschko, Kuratorin von Hybrid Encounters, Berlin
Ulf Aminde, Video- und Konzeptkünstler, Berlin
Paul DeMarinis & Jens Brand, composers, sound and media artists (siehe auch Compact Seminar Hermes Conspiracy, Echo Ho und Luis Negrón)